Archiv


Das Existentielle Qigong

Eine berufsbegleitende Weiterbildung 2019 - 2020

 

Das Existentielle Qigong     Wir möchten gesund sein. Und wenn wir einmal krank geworden sind, möchten wir möglichst schnell wieder gesund werden. Wir möchten in Alltag und Beruf Freude erleben und in unserem Tun Zufriedenheit, Wirksamkeit und Sinn finden. Wir möchten mit unserem Leben einverstanden sein und es so, wie es verläuft, bejahen können. Aber all solche Erwartungen und Hoffnungen erfüllen sich oft nicht. Wenn wir nach den Gründen dafür suchen, dann gibt es viele äußere Gründe, - und wir stoßen auch auf persönliche Muster, die uns oft schon von Kindesbeinen an >ein Bein stellen<, ohne dass wir es meist bemerken. 

 

Das Existentielle Qigong (EQ) ist eine leiborientierte Methode, um diese Muster auf eine sanfte und wirksame Weise kennenzulernen und frei zu werden für ein Leben, in dem wir nicht nur >gesund<, sondern >ganz< und >heil< werden und dadurch – für uns selbst und für unser jeweiliges Klientel - die alltäglichen und beruflichen Herausforderungen besser, produktiver und effektiver, meistern werden. 

 

Das EQ kann vielfältig in professionellen Settings eingesetzt werden und ermöglicht auch und gerade in schwierigen Situationen eine fruchtbare und konstruktive Beziehung. 

 

 

Das Existentielle Qigong      Die Weiterbildung verweist auf eine notwendige Um-Orientierung. Qigong wird gemeinhin angeboten und vermarktet als eine effektive Methode, der die positiv bewerteten Merkmale >naturheilkundlich<, >alternativ<, >in der TCM fundiert<, >ganz anders als die „herkömmliche Medizin“< zuzuschreiben sind. Betrachtet man jedoch die Qigong-Ausbildungen, die Vermittlung und Anwendung des Qigong, dann wird deutlich, dass sie oft/ meist auf die Behandlung bzw. die Prävention von Krankheit ausgerichtet sind. Qigong wird dann verstanden als „Medizinisches Qigong“ und die Professionellen und die Lernenden bleiben eingesperrt im semantischen Gefängnis von „Krankheit“ und „Gesundheit“, d.h. der Mensch wird dann reduktionistisch hinsichtlich seiner Brauchbarkeit und Verwertbarkeit, seiner Funktionsfähigkeit für das derzeitige marktwirtschaftlich-kapitalistische System auch mittels Qigong sozialisiert. 

 

Um dem eine andere Position entgegenzustellen, habe ich einen neuen Begriff erfunden, das „Existentielle Qigong“ (EQ). Dieses ist mit Vorrang an den „Existentiellen Grundsituationen“ des Menschseins ausgerichtet („Bin ich willkommen?“, „Werde ich geschützt?“, …). Denn ihre Meisterung oder das Scheitern an einer Meisterung bestimmt das „Werden“ eines Menschen, d.h. den weiteren Verlauf der Biografie. – In der Weiterbildung werden die Grundlagen und zwei bereits erprobte Methoden für die Praxis des EQ vorgestellt. – Damit  wird die Verbindung zur Werdens-Begleitung (W-B) hergestellt. Denn das EQ kann – wie es der Autor für lange Zeit erfolgreich getan hat - als eine nonverbale Methode hervorragend in der W-B eingesetzt werden, und es kann die W-B zu einer erfüllten kreativen professionellen Tätigkeit werden.

 

Publikation: 

Belschner, W. (2012). Erwachen. Qigong als Weg in die Freiheit. Oldenburg: BIS-Verlag. 

Ders. (2019). Das Existentielle Qigong. Bewusstseinswissenschaften, 25. Jgg., (im Druck).

Ders. (2019). Der Aufbruch in die Kultur des humanen Werdens. Theorie und Praxis der Kunst der Werdens-Begleitung. (im Druck)

Das Existentielle Qigong

 

Entwurf und Leitung: Prof. Dr. Wilfried Belschner 

Assistenz/ Begleitung: Dipl.-Biol. Susanne Sander

 

Module der Weiterbildung

 

Modul 1

Die Praxis des Existentiellen Qigong: 

Methoden der heilsamen leiblichen Erfahrungsbildung

  • M1: Die leibliche Präsenz in existentiellen Grundsituationen
  • M2: Provokative Leibarbeit
  • M3: …

 

Modul 2

Die Praxis des Existentiellen Qigong: 

Methoden der Bewusstseinsbildung

  • M1: Entspannungs-Training
  • M2: Meditative Methoden zur Differenzierung von Bewusstseinszuständen 
  • M3: Die „Atmosphären“ des Bewusstseinsfeldes erspüren („Energetische“ Aspekte“)  

 

Modul 3

Die theoretischen Grundlagen des Existentiellen Qigong

  • T1: Der Situation des Menschen bei und ab seiner Geburt 
  • T2: Die Bildung von Erfahrungsmustern in existentiellen Grundsituationen 

 

Modul 4

Existentielles Qigong vs Medizinisches Qigong: 

Die Einbettung in gesellschaftliche Systeme 

  • T1: „Krankheit“ und „Gesundheit“ als Erfindungen in einem systemischen Kontext
  • T2: „Gesundheitssystem“ / „Gesundheitswirtschaft“ als systemischer Hintergrund – und die (destruktiven) Folgen 
  • T3: Das „Werdens-System“ als neuer, alternativer systemischer Kontext: Die 5 Leitideen 

 

Modul 5

Die Praxis des Existentiellen Qigong: 

Von der (nonverbalen) Leib-Erfahrung zum (versprachlichten) Lebensentwurf 

  • M1: Methoden zur professionellen (versprachlichenden) Decodierung der Leiberfahrung
    (Die bisherigen Lebenskonzepte und ihre funktionale bzw. dysfunktional gewordene Bedeutung für die derzeitige existentielle Lebenssituation) 
  • M2: Methoden zur Förderung der heilsamen Entfaltung des Potenzials eines Menschen
    (Das Lauschen auf die Sehnsüchte des Werdens und der Entwurf und die Erprobung einer alltagstauglichen Lebenssituation und Lebenspraxis)

 

Modul 6

Die Möglichkeiten und Grenzen des Existentiellen Qigong  

  • T1/ M1: Die Gestalt eines Lebensphänomens (= die vorgebrachte „Symptomatik“/ die Darstellung der dysfunktional erlebten Lebenssituation/ … ) und ihre De-Codierung und konstruktive Neu-Interpretation im Werdens-Kontext
  • T2: In welchen Lebenssituationen/ beim Auftreten welcher Lebensphänomene ist die Nutzung des Medizinischen Qigongs angezeigt? (Indikation und Kontraindikation)  

©wilfried belschner-2019  

Das Existentielle Qigong

 

Organisation der berufsbegleitenden Weiterbildung

 

Die Einübung in das Existentielle Qigong (EQ) stellt einen Erfahrungsprozess dar. Für die erforderliche Dauer einer Weiterbildung traue ich mir keine genaue Angabe zu. Denn das EQ ist bei mir im Verlauf eines langen Entwicklungsweges mit dem Erproben von vielen Methoden der Leiberfahrung, der Meditation, der Psychotherapie, … und der theoretischen Auseinandersetzung mit Konzepten der Psychologie, der Soziologie, der Gesundheits-systemforschung, … entstanden. Ein Weiterbildungsangebot kann deshalb nur den Einstieg in einen (längeren) Werdens-Weg des Wissens- und Fertigkeits-Erwerbs, der Selbsterfahrung und deren Reflexion bedeuten, an dessen Beginn auf einige – aus meiner derzeitigen Sicht - nützliche und zweckmäßige Wegmarkierungen hingewiesen wird. Je nach dem schon vorhandenen Stand des Wissens und der Fertigkeiten wird sich eine angemessene Zeitspanne ergeben.

 

Auf dem Hintergrund des möglichen Curriculums lassen sich die folgenden Hinweise für die Pilotphase der Weiterbildung EQ formulieren, die mit den fortlaufenden Erfahrungen innerhalb der Kurse optimiert werden. 

 

Kurszahl und Dauer:

4 Kurse zu je 3 Tagen möglichst innerhalb von 12 – 15 Monaten. Teilnehmende sollten nach Möglichkeit an allen 4 Kursen teilnehmen. Zwischen den Kursen wird die Möglichkeit bestehen, für Erprobungen des EQ Beratung und Supervision zu erhalten.

 

Teilnehmendenzahl:

Minimal 12, maximal 20

 

Kursort:

Wir bemühen uns derzeit um einen Ort, an dem die Teilnehmenden für die gesamte Zeit eines Kurses beisammen bleiben können.

 

Vorkenntnisse:

Es sollten Kenntnisse und Erfahrungen in einer leiborientierten Methode vorhanden sein 

 

Interessent*innen:

Die berufsbegleitende Weiterbildung richtet sich an Menschen in den Berufsfeldern der Aus- und Weiterbildung, Beratung, Coaching, Heilpraxis, Körper- und Leibarbeit, Medizin, Psychotherapie, Pflege, Seelsorge, …

 

Kosten:

Um die Organisationskosten in etwa zu decken, wird lediglich eine Gebühr von € 90,00 pro Kurs erhoben. Die Reisekosten und die Kosten am Kursort sind von den Teilnehmenden selbst zu entrichten.  

 

Zertifikat:

Es wird eine Bescheinigung für die Teilnahme an jedem Kurs und ein Abschlusszertifikat für den Gesamtkurs ausgestellt. 

 

Termin:

Der 1. Kurs soll von 18. – 20. Oktober 2019 stattfinden.

Kursbeginn: Freitag, 15.30 Uhr, Kursende: Sonntag, 14.00 Uhr.  

 

Weitere Information: 

Prof. Dr. Wilfried Belschner, Univ. Oldenburg, Departm. f. Psychologie, 

Ermlandstr. 13a, D-26127 Oldenburg, E-Mail: w.belschner@uni-oldenburg.de 

 

Anmeldung:

Die EQ-Weiterbildung wird über die Qigong Fachgesellschaft (QFG) organisiert. Ihre Anmeldung senden Sie bitte an: Qigong Fachgesellschaft (QFG), Astrid Megnet,  

E-Mail: kontakt@qigong-fachgesellschaft.de 


Ist das Gesundheitssystem noch zu retten? Die Vision eines anderen Weges

 

Freitag, 09. November 2018, von 9.45 – 14.30 Uhr

Haus Glaser

Bergstraße 23, 01069 Dresden

 

Es war uns gelungen, Christian Felber, den Pionier der Gemeinwohlökonomie, für einen Workshop zu gewinnen

 

Erläuterung des Workshops mit Christian Felber

Eine Werdens-Begleitung findet ja immer in einem gesellschaftlichen Kontext statt, der das Leben eines Menschen wesentlich bestimmt. Die Menschen suchen nach einer Werdens-Begleitung aus vielfältigen Gründen:

  • weil sie ihre Lebensumstände als unverträglich und eventuell sogar unerträglich empfinden, 
  • weil sie zu der Auffassung gelangt sind, so wie bisher kann es nicht weitergehen, 
  • weil sie nicht weiterhin benutzt und ausgebeutet werden wollen, 
  • weil sie nicht mehr nur funktionieren wollen, 
  • weil sie ihr Leben nicht verfehlen wollen, 
  • weil sie es, „so wie es zur Zeit läuft“, als ungerecht wahrnehmen, 
  • weil sie möchten, dass in ihrem und den Leben anderer Menschen (endlich) wieder Würde und Respekt Platz und Bedeutung haben sollten, 
  • weil sie sich in der derzeitigen „Welt“, in der „alles“ einem ökonomischen Kalkül unterworfen wird, fremd vorkommen und sie heimatlos geworden sind, 
  • weil sie …

In der Werdens-Begleitung schwingt also immer der Vergleich des bisherigen Lebens mit der hoffnungsvollen Vision von einem >guten Leben< mit. Eine solche konstruktive Vision des übergreifenden Kontextes des >öffentlichen Lebens< und – für uns besonders wichtig - des Gesundheitssystems (neudeutsch: der Gesundheitswirtschaft) wird jedoch bei den derzeitigen politischen Gestaltern und Entscheidungsträgern meist schmerzlich vermisst. 

 

Betrachtet man das derzeitige Gesundheitssystem, dann hört man eigentlich nur Unzufriedenheit und Klagen. Alle leiden: die Akteure der medizinischen und der psychotherapeutischen Behandlung und der Pflege, die Patienten und die Krankenkassen. Permanente Arbeitsüberlastung, keine Zeit für die notwendige menschliche Zuwendung für die Menschen in Not, lange Wartezeiten bis zu einem Behandlungstermin. Dies sind nur drei der vielen alltäglich geäußerten Mängel. Und: Es scheint aus dem derzeitigen chronisch unbefriedigenden Zustand und den weiteren destruktiven Entwicklungen des derzeitigen Gesundheitssystems keinen Ausweg zu geben. 

 

In dem Workshop mit Christian Felber soll nun nach einem Ausweg aus dieser unerträglichen Misere gesucht werden. Wir möchten einen anderen hoffnungsvollen Weg, der gemeinwohlökonomisch orientiert ist, ansprechen und mit den Teilnehmenden des Workshops diskutieren, um erste Kristallisationskerne für eine konstruktive und humane Entwicklung in diesem wichtigen Sektor des individuell menschlichen und des institutionell organisierten öffentlichen Lebens anzubahnen. Mit der Kooperative Werden ist ja auch der Perspektivwechsel hin zu einer „solidarischen“ Finanzierung der professionellen Werdens-Begleitung verknüpft. Der Workshop steht deswegen unter dem Thema:

 

Ist das Gesundheitssystem noch zu retten?

Die Vision eines anderen Weges

 

Freitag, 09. November 2018, von 9.45 – 14.30 Uhr

Haus Glaser

Bergstraße 23, 01069 Dresden

 

Der Workshop könnte den folgenden Verlauf haben, an dem Christian Felber bis 12.30 Uhr mitwirken wird:

 

09.15 – 09.45    Ankommen

 

09.45 – 09.55    Begrüßung und Einführung 

                          

09.55 – 11.15    Der andere Weg: Was ist Gemeinwohlökonomie?

                           Vortrag mit Spiel und Diskussion

                           Referent und Moderator: Christian Felber (Wien)

 

11.15 – 11.30    Miteinander-Gesprächs-Pause

 

11.30  – 12.30   Die Gemeinwohlökonomie im Gesundheitsbereich  

                            Referent und Moderator: Christian Felber

 

12.30 – 13.30   Imbiss und Miteinander-Gesprächs-Pause

 

13.30 – 14.30   Reflexion und Fazit: 

                          Welche Anregungen und Folgerungen nehme ich mit? 

                          Gibt es schon den Wunsch, nach jemandem zu suchen, um gemeinsam im 

                          beruflichen/ privaten Alltag >etwas< auf den neuen Weg einer „Kultur des 

                          humanen Werdens“ zu bringen? Gibt es schon erste Ideen, die Leiden am 

                          derzeitigen kranken Gesundheitssystem zu „heilen“? 

 

                          Moderiertes Gespräch