Kursübersicht

 

Weiterbildende Ringveranstaltung 2

2017 - 2019

 

 

Konzept und Gesamtleitung:

Univ.-Prof. Dr. Wilfried Belschner und Dipl.-Kffr. Sabine Poetsch

 

 

Die Kooperative Werden bietet zum zweiten Mal eine weiterbildende Ringveranstaltung zur "Kunst der Werdens-Begleitung" an.

 

Die Kurse beginnen jeweils am ersten Tag um 15.00 Uhr und enden am letzten Tag nach dem Mittagessen um 14.00 Uhr.

 

Jeweils Sonntag-Vormittag wird in die Praxis der Werdens-Begleitung eingeführt. Leitung: Sabine Poetsch

 

Alle Kurse werden von Wilfried Belschner und Sabine Poetsch begleitet.

 

 

 

 

Kurs 1               08. - 10. September 2017           (Freitag - Sonntag)                 

 

Schwerpunkt 1:

Auf dem Weg zur Lebenskunst: Erwachen zum Werden

mit Prof. Dr. Wilfried Belschner (Univ. Oldenburg, Institut für Psychologie)

 

Einen Menschen, der sein Potential entdecken möchte und der sich auf den Weg macht, um zum Werden zu erwachen, professionell begleiten zu können, setzt eine Reihe von Fähigkeiten voraus. Dazu gehört unverzichtbar auch, die eigenen Bewusstseinszustände erkennen und modulieren zu können. In diesem Kurs wird deshalb das in der Praxis bewährt "Modell der Differenzierung des Wachbewusstseins" vorgestellt. In Selbsterfahrungsübungen wollen wir das Erwachen aus der Alltags-Trance und die Modulation von Zuständen des Wachbewusstseins erkunden. Der Samstag-Vormittag wird mit Übungen zur achtsamen Leiberfahrung eröffnet werden.

 

Schwerpunkt 2:

Die Praxis der Werdens-Begleitung, Teil 1

mit Sabine Poetsch (Freie Praxis für Coaching, Hamburg)

 

Der Sonntag-Vormittag wird in jedem Kurs der Praxis der Kunst der Werdens-Begleitung und der praktischen Anwendung des Kursinhalts gewidmet sein.
 

 

 

Kurs 2               17. - 19. November 2017              (Freitag - Sonntag)                         

Schwerpunkt 1:

Auf dem Weg zur Lebenskunst: Das eigene Potential erkunden

mit Prof. Dr. Wilfried Belschner (Univ. Oldenburg, Institut für Psychologie)

 

In dem Kurs wollen wir durch Übungen zur Selbsterfahrung und durch Impulsvorträge den Einstieg finden zu Methoden der Potential-Erkundung und der Neu-Interpretation von kritischen, evtl. belastenden Lebenssituationen. Wir wollen in dieser anderen Perspektive nachspüren, was in dem Leben eines Menschen "werden" möchte und wie er Zugang zu seinem Potential des Werdens finden und es konstruktiv verwirklichen kann, um "ganz" und "heil" zu werden.

 

 

Schwerpunkt 2:

Die Praxis der Werdens-Begleitung, Teil 2

mit Sabine Poetsch, Hamburg

 

 

 

Kurs 3               02. - 04. März 2018                   (Freitag – Sonntag)

 

Schwerpunkt 1:

Zwischen Mainstream-Ökonomie und Postwachstumsökonomie - welchen Wandel wollen wir?

mit Prof. Dr. Niko Paech, Oldenburg

 

Die lang gehegte Hoffnung, dass wirtschaftliches Wachstum durch technischen Fortschritt nachhaltig oder klimafreundlich gestaltet werden kann, bröckelt. Weiterhin scheint ein auf permanente ökonomische Expansion getrimmtes System kein Garant für Stabilität und soziale Sicherheit zu sein. Darauf deuten nicht nur die Eskalation auf den Finanzmärkten und die Schuldenkrisen hin, sondern auch die Verknappung jener Ressourcen ("Peak Everything"), auf deren unbegrenzter und kostengünstiger Verfügbarkeit das industrielle Wohlstandsmodell bislang basierte.

Zudem nährt die sog. "Glücksforschung" den Befund, dass Steigerungen des monetären Einkommens ab einem gewissen Niveau keine weitere Zunahme des subjekt empfundenen Wohlbefindens hervorruft. Folglich ist es an der Zeit, die Bedingungen und Möglichkeiten einer Postwachstumsökonomie auszuloten. Letztere ist das Resultat eines prägnanten Rückbaus arbeitsteiliger, geldbasierter und globalisierter Versorgungsmuster. Stattdessen werden Suffizienz und urbane Subsistenz als Ergänzung eines merklich reduzierten und zugleich umstrukturierten Industriesystems bedeutsam sein. Aus Konsumenten werden souveräne Prosumenten, die mittels reaktivierter Subsistenzressourcen (z.B. Handwerk) zur gemeinschaftlichen Versorgung beitragen. Zudem ist die Postwachstumsökonomie durch Sesshaftigkeit gekennzeichnet, also durch Glück ohne Kerosin.

 

 

Schwerpunkt 2:

Psychologie des Werdens

mit Prof. Dr. Dr. Harald Walach (Universität Witten/Herdecke)

 

Psychologische Entwicklung folgt in der Kindheit meistens vorgegebenen Pfaden und wird stark durch das Elternhaus geprägt. Spätestens mit der Adoleszenz und dem jungen Erwachsenenalter ist sie in unsere eigenen Hände gelegt: als Aufgabe der Gestaltung. Dummerweise überlassen viele Menschen diese Gestaltung ab dann anderen und lassen sich durch berufliche, familiäre oder kulturelle Gegebenheiten bestimmen. Spätestens dann, wenn innere Unruhe, Krankheit oder ein einschneidendes Erlebnis die Selbstverständlichkeiten durcheinander wirbeln, wird es Zeit, sich wieder um diese Gestaltungsaufgabe zu kümmern. Transpersonale und humanistische Richtungen der Psychologie haben daher immer schon wert darauf gelegt, Hilfen anzubieten.

Wir werden in diesem Workshop, mit Hilfe von Imaginationsübungen, Meditation, kreativem Ausdruck und Gruppenarbeit, sowie mit ein paar rahmenden theoretischen Gedanken, die der Gebserschen Kulturanthropologie, der christlichen Mystik und dem Zen-Weg entstammen dem je eigenen Entwicklungsimpuls auf die Spur kommen.

Die Arbeit ist prozessbezogen und erfordert die Bereitschaft, sich auf die eigene Erfahrung einzulassen.

 

 

Schwerpunkt 3:

Die Praxis der Werdens-Begleitung, Teil 3

mit Sabine Poetsch, Hamburg

 

sowie

 

Auf dem Weg zur Solidargemeinschaft: Projekte

mit Prof. Dr. Wilfried Belschner, Sabine Poetsch und allen Teilnehmern

 

 

 

Kurs 4               22. - 24. Juni 2018              (Freitag - Sonntag)                         

 

Schwerpunkt 1:

Konzepte und Methoden der Bewusstseinswissenschaften zur Werdens-Begleitung

mit Prof. Dr. Thilo Hinterberger (Universität Regensburg, Univ.-Klinikum, FB Angewandte Bewusstseinswissenschaften)

 

Unser menschliches Werden ist auch eine Frage des Bewusstseins. Daher ist es für eine fundierte Werdens-Begleitung sinnvoll, die Grundlagen des Bewusstseins zu kennen und diese in einen sinnvollen Zusammenhang mit dem Erlebbaren zu bringen. Dieser Aufgabe widmet sich dieses Wochenende, wobei nicht nur theoretische, sondern auch praktische Übungen darauf abzielen, Bewusstseinsräume zu öffnen und zu gestalten, damit unsere intrinsischen Motive zur Lebensgestaltung zum Vorschein kommen können.

 

Schwerpunkt 2:

Achtsame Leiberfahrung - Qigong

mit Dr. Johann Bölts (Universität Oldenburg, Leiter des PTCH)

 

Schwerpunkt 3:

Die Praxis der Werdens-Begleitung, Teil 4

mit Sabine Poetsch, Hamburg

 

 

 

Kurs 5               07. - 09. September 2018              (Freitag - Sonntag)                        

Schwerpunkt 1:

Die "Klinik" der Werdens-Begleitung

mit Dr. Andreas Valentien, (Facharzt für Allgemeinmedizin in eigener Praxis, Dresden)

 

Manchmal werden wir im Leben unfreiwillig zu Einschränkungen gezwungen, zum Beispiel durch eine Verletzung oder eine Krankheit. Etwas geschieht: eine Infektion, ein Fieber, ein plötzlicher Schmerz, ein Knochenbruch, ein Schnitt. Damit bricht auch etwas ab, was bisher
war. Wir sind dann bestrebt, den früheren Zustand so schnell wie möglich wieder zu erreichen, ein Restitutio ad integrum, also die Wiederherstellung der normalen Körperfunktion nach einer uberstandenen Krankheit. Wenn wir danach unverändert so weitermachen wie zuvor, messen wir dieser Störung keinen besonderen Wert bei. Begreifen wir sie tiefer als Anlass innezuhalten und manches anders zu machen und etwas daraus zu lernen, geben wir ihr eine Bedeutung.
Was aber sind die Kriterien, an denen wir ein solches Anders-Werden erkennen und vielleicht sogar fördern können? Wie sieht die Arzt-Patient-Beziehung aus, wenn dieses Anders-Werden-Wollen berucksichtigt wird? Welche Bedingungen braucht es dazu? Wie sieht die professionelle Begleitung bei einer unheilbaren oder chronischen Erkrankung aus? Insbesondere hier bedarf es eines neuen Selbstverständnisses der herkömmlichen helfenden Berufe (z.B. Medizin, Psychotherapie, Heilpraxis, Beratung, Coaching, Pflege). Welche Bedeutung hat eine Diagnose? Sind moderne Klassifizierungen und dadurch ableitbare therapeutische Schemata, sog. Leitlinien, möglicherweise untauglich fur eine Werdens-Begleitung? Anhand von Fallvignetten aus der hausärztlichen Praxis werden diese und andere Fragen im Kurs beleuchtet.

 

 

Schwerpunkt 2:

Die Praxis der Werdens-Begleitung, Teil 5

mit Sabine Poetsch, Hamburg

 

 

 

Kurs 6               08. - 11. November 2018              (Donnerstag - Sonntag)                        

Schwerpunkt 1:

Das Sein des Menschen ist sein Werden: Einführung in die Philosophie des Werdens

mit Dr. Christoph Quarch (Philosoph und Autor, Fulda)

 

Philosophen und Weisheitslehrer haben von jeher das Menschsein als einen Prozess des Werdens bzw. der Entfaltung des eigentlichen Wesens gedeutet. Wir werden die wichtigsten dieser Entwürfe kennenlernen und so aktualisieren, dass wir sie für unsere eigene Lebenswirklichkeit zur Anwendung bringen können. Besonderes Augenmerk werden wir auf die stufenweise Entwicklung des Bewusstseins sowie der emotionalen und kognitiven Kompetenzen des Menschen richten. Dabei werden wir unterschiedliche Phasen der Bewusstseinsentfaltung identifizieren, die es erlauben, sich selbst im Prozess des Werdens zu verorten und zu verstehen.

Als wichtigster Treiber fruchtbarer Werdensprozesse wird dabei dasjenige entdeckt, was man ein tiefes Gespräch nennen könnte. Die für die Werdensbegleitung folglich fundamentale Kunst des tiefen Gesprächs werden wir in unterschiedlichen Formaten (z.B. Dialog nach David Bohm) praktisch einüben.

 

 

Schwerpunkt 2:

Die Praxis der Werdens-Begleitung, Teil 6

mit Sabine Poetsch, Hamburg

 

 

 

Kurs 7                14. - 17. März 2019                    (Donnerstag - Sonntag)     

                   

Themenschwerpunkt:

Auf dem Weg zur Lebenskunst: Mit solidarischen Lebenswelten den eigenen Weg finden und eine Vision gestalten

mit Mitglieder von Solidargemeinschaften, Univ.-Prof. Dr. Wilfried Belschner (Univ. Oldenburg, Institut für Psychologie), Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald (COCREATIO Stiftung für Kooperation und kollektive Entwicklung), Dipl.-Kffr. Sabine Poetsch (Freie Praxis für Coaching, Hamburg)

 

Im Abschlußkurs beziehen wir uns auf die Grundidee der solidarischen Gemeinschaft, wie sie beispielsweise bereits erfolgreich in der Landwirtschaft angewendet wird. Das solidarische Erzeugen und Ernten von „Lebens“-Mittel zur Ernährung könnte auf den Aspekt des menschlichen Werdens übertragen werden. Wir gehen hier der Frage nach, wie eine Solidargemeinschaft entwickelt werden kann, in der es einen Spezialisten gibt, der Menschen in ihrem Prozess des Werdens „nährend“ begleitet und von dieser Gruppe finanziell getragen ist. Wie könnte ein solches soziales Experiment aussehen und realisiert werden?...

 

 

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Mensch, werde wesentlich! - Kooperative Werden